Newsletter von Luigi Pantisano:
Abstimmung zum Rentenpaket, Proteste gegen Rechts, Transparenz im Bundestag, starke Mietenpolitik & Jahresabschlussfeier

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

ein intensives politisches Jahr neigt sich dem Ende zu – und bevor wir gemeinsam in die letzten Wochen starten, möchte ich euch einen kompakten Überblick über einige aktuellen Debatten und Aktivitäten geben. Zum Abschluss des Jahres lade ich euch herzlich zur Jahresabschlussfeier im Linkseck ein: Los geht es heute um 18 Uhr. 

Viel Freude beim Lesen – und auf ein kämpferisches neues Jahr!
Solidarische Grüße,
Luigi

 

Warum sich Die Linke beim Rentenpaket enthalten hat

– und warum das verantwortungsvoll war

 

In den letzten Tagen wurde viel und kontrovers über das Abstimmungsverhalten der Linken zum Rentenpaket diskutiert. Unsere Fraktion hat sich enthalten – und ich möchte erläutern, warum das aus meiner Sicht die richtige, verantwortungsvolle und kluge Entscheidung war.

 

1. Verantwortung gegenüber den Rentner:innen – nicht gegenüber der Regierung

Im Zentrum stehen für mich die Millionen Rentnerinnen und Rentner, die schon heute kaum ein würdevolles Leben finanzieren können. Ein Absinken des Rentenniveaus hätte ihre Lage weiter verschärft. Die Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors ist zwar nur eine kleine Verbesserung, verhindert aber zunächst weitere Verschlechterungen.

Gleichzeitig bleibt klar:
Wir brauchen ein Rentenniveau von mindestens 53 %, die Einbeziehung aller Erwerbstätigen – auch von Abgeordneten, Beamten und Selbstständigen – und eine Verdoppelung der Beitragsbemessungsgrenze.

Diese Forderungen haben wir in einem eigenen Entschließungsantrag eingebracht, der jetzt im Bundestag diskutiert wird.

 

2. Die parlamentarische Lage war komplizierter als manche einfache Antwort

Die Debatte in der Fraktion war intensiv, professionell und politisch ernsthaft. Wir stehen in einem Spannungsfeld: Wir sind fundamentale Opposition, aber wir dürfen nicht zulassen, dass es reale Verschlechterungen für unsere Klasse gibt.

Gleichzeitig erleben wir einen rechten CDU-Flügel, der offen mit einer Minderheitsregierung und einer Rechtsverschiebung des Landes spielt. Diese Abstimmung war kein „parlamentarisches Theater“, sondern hatte konkrete Auswirkungen auf Millionen Senior:innen.

 

3. Unsere Enthaltung hat den Rechten den Wind aus den Segeln genommen

Die Union war tief gespalten: Teile wollten das Rentenniveau senken und dafür Mehrheiten rechts von der Regierung organisieren. Das wäre ein gefährlicher Dammbruch gewesen – wie in Österreich, wo Konservative und Rechtsextreme gemeinsam massive Rentenkürzungen durchgesetzt haben. Unsere Enthaltung hat diese Strategie scheitern lassen.

 

4. Ja: Wir brauchen eine Rentenbewegung – aber die muss aufgebaut werden

Für eine parlamentarische Durchsetzungsfähigkeit benötigen wir eine starke außerparlamentarische Bewegung für eine Rentenerhöhung. Diese gibt es derzeit leider (noch) nicht – und sie entsteht nicht auf Zuruf. Wir muss langfristig daran arbeiten, solche Bewegungen zu stärken, z. B. mit der Mietenkampagne. Eine Rentner:innenbewegung muss strategisch von unten aufgebaut werden – nicht taktisch passend zur Bundestagsagenda behauptet werden.

Wir müssen die Rentenfrage wieder zum gesellschaftlichen Konflikt machen – gegen die bürgerliche Demographie-Panik, die Alt gegen Jung ausspielt, und gegen rechte Kräfte, die Sozialabbau wollen.

Kurz gesagt: Unsere Enthaltung war kein Einknicken, sondern ein verantwortungsvoller Beitrag, um einen ersten Angriff auf das Rentenniveau abzuwehren und rechte Mehrheiten zu verhindern – während wir weiter für eine solidarische, gerechte Rente kämpfen.

 

Proteste in Gießen gegen die Gründung der AfD-Jugend „Generation Deutschland“

Aktionstage, #linksaktiv, Gesprächsoffensive und OV-Treffen

 

In Gießen haben Zehntausende Menschen gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation demonstriert. Ich war als parlamentarischer Beobachter vor Ort. Die AfD versucht, mit der „Generation Deutschland“ ein radikalisiertes Nachwuchsprojekt aufzubauen – und dagegen braucht es breite gesellschaftliche Gegenwehr.

Eine sehr gute Einordnung findet ihr im Podcast des empfehlenswerten Blogs „Über Rechts“ von Nils Schniederjann und Sebastian Friedrich 

 

17.000 Euro sind zu viel – warum ich mein Abgeordnetengehalt deckele

 

Der Südkurier hat sich ausführlich mit meinem Gehaltsdeckel beschäftigt und ihn mit den Offenlegungen anderer Abgeordneter verglichen. Ich veröffentliche meine Einnahmen und Ausgaben transparent – und auch hier im Newsletter:

Meine Einnahmen (monatlich):

  • Diät: 11.833 €
  • Pauschale: 5.400 €
  • Gesamt: 17.233 €

Meine Ausgaben (monatlich):

  • Steuern: 3.000 €
  • Krankenversicherung: 550 €
  • Parteibeitrag: 2.400 €
  • Miete Berlin & Mandatsausgaben: 1.800 €
  • Bürgerbüros Stuttgart/Konstanz: 2.700 €
  • Sozialfonds & Spenden: 1.500 €
  • Mandatsbezogene Arbeit: 1.133 €
  • Ausgleich Sorgearbeit: 1.200 €
  • Mein eigenes Gehalt: 2.950 €
  •  

Wie sieht es bei anderen Abgeordneten aus?

Der Südkurier hat folgende Bundestagsabgeordnete untersucht – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen:

 

Einkommen

Spenden / Abgaben

Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD)ca. 20.000 € monatlich (Parlamentarische Staatssekretärin)ca. 1.800 € Parteibeitrag + 250 € Spenden monatlich
Felix Schreiner (CDU)Diät und Pauschale: ca. 17.200 Eurovierstelliger Betrag pro Jahr“ → ca. 100–800 € monatlich
Andreas Jung (CDU)Diät und Pauschale + 3.368 € Funktionszulage (stellv. Fraktionsvorsitzender)290 € monatlich
Lina Seitzl (SPD)Diät und Pauschale + 1.500 € Aufwandsentschädigung (Enquete-Sprecherin)Unterstützt „mehrere Projekte“, ohne feste Beträge
Volker Mayer-Lay (CDU)Diät und PauschaleMöchte keine Details nennen
Thorsten Frey (CDU)Diät und Pauschale + ca. 2.300 € (als Kulturamtsminister)Spendet „einen nicht unerheblichen Teil“ – ohne Beträge
Derya Türk-Nachbaur (SPD)Diät und PauschaleKeine Beträge genannt („Sache zählt, nicht Selbstdarstellung“)
Thomas Bareiß (CDU)Diät und Pauschale„Vielfältige Unterstützung“ – u. a. auch mal ein selbstgebackener Kuchen ;)
Alice Weidel (AfD)Keine AngabenKeine Antwort auf Anfrage
 

Meine Reden im Bundestag

 

Im Bundestag habe ich mich mit der AfD und der CDU angelegt. Eines darf ich vorweg verraten: es gab Ordnungsrufe, aber schaut selbst: 

 

Die Mietwucher-App jetzt auch in Stuttgart

 

Großer Erfolg: Unsere Mietwucher-App hat inzwischen zehntausende Fälle illegal hoher Mieten aufgedeckt. Mit dem neuen Update für Baden-Württemberg funktioniert sie jetzt auch in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg und Tübingen.

Hier könnt ihr prüfen, ob euer Vermieter euch abzockt

 

Jahresabschlussfeier im Linkseck – kommt vorbei!

 

Jahresabschlussfeier im Linkseck – kommt vorbei!

Politische Arbeit braucht auch solidarische Räume. Orte, an denen wir zusammenkommen, feiern und Kraft tanken können. Das Linkseck ist dafür mittlerweile ein großartiger Treffpunkt. Kommt zur Jahresabschlussfeier heute am 13. Dezember. Los geht es um 18 Uhr mit Glühwein, Punsch, Snacks & Getränke.

Ich wünsche euch und euren Liebsten erholsame Feiertage.
Tankt Kraft – der Wahlkampf zur Landtagswahl am 8. März wird entscheidend. Gemeinsam schaffen wir das.

Solidarische Grüße
Luigi

 
 

Impressum

Die Linke Stuttgart
Liebenzeller Straße 1
70372 Stuttgart
Telefon: 0711 91225758
info@die-linke-stuttgart.de